Liebeskummer: Wenn die Seele schmerzt. Eben war alles noch wunderschön

Liebe ist etwas Wunderbares und wohl das Wichtigste was es gibt um glücklich zu sein. Glücklich ist, wer liebt und geliebt wird.

Wer kennt sie nicht, diese farbenprächtigen Glücksgefühle, wenn wir uns verlieben. Wir sind glücklich. Wir fühlen uns stark und die Welt ist rosarot. Auslöser dafür ist das wunderbare Wohlfühl- und Glückshormon Dopamin, das uns wie eine Droge euphorisiert. Im Dopaminrausch der romantischen Liebesgefühle empfinden wir tiefes Vertrauen und grenzenlose Ehrlichkeit miteinander. Jede Kleinigkeit wird zum Anlass genommen, um sich mit Worten und Gesten zu bedanken. Stürmische Umarmungen, innige und lange Küsse. Die Beziehung fühlt sich unantastbar an. Die Liebe ist das schönste Gefühl, das wir erleben dürfen - aber leider gibt es wie überall im Leben eine Kehrseite der Medaille: Wird die Liebe nicht erwidert oder scheitert sie, leiden wir sehr darunter.

Fast alle Menschen erleiden einmal oder mehrmals in ihrem Leben Liebeskummer. Dies ist für gewöhnlich harmlos, kann aber je nach Persönlichkeit auch zu schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen führen. Trennungen und unglückliche Lieben können nicht nur eine vorübergehende Traurigkeit auslösen, sondern tatsächlich krank machen. Die Palette der körperlichen Reaktionen reicht von Schlafstörungen, Kreislaufproblemen, Magen- Darm Beschwerden bis hin zu Depressionen

Psychologisch gilt Liebeskummer als Anpassungsstörung. Die gilt allgemein als therapiebedürftig, wenn sie länger als zwei Jahre anhält. Solche Störungen sind eine unmittelbare Reaktion auf einen belastenden Vorfall und typisch für eine einschneidende Veränderung im Leben. Eine zerbrochene Beziehung oder eine nicht erwiderte Liebe lösen u.U. ein negatives Gefühlschaos und Selbstzweifel aus. Ein Wechselbad der Gefühle entsteht. Wut, Angst, Hass, Trauer, Verzweiflung bis hin zu rasender Eifersucht, die Folge ist dann oft der soziale Rückzug

Die Seele braucht Zeit!


Üblicherweise überwinden die meisten Menschen diesen Zustand durch Zeit, dies kann allerdings viele Monate dauern. Im Zweifelsfall ist es also immer ratsam, Betroffene in ihrem Leid ernstzunehmen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen und darauf zu achten, dass sie sich nicht zu lange und zu weit von Welt, Menschen und Realität entfernen. Spätestens beim Gefühl dauerhafter Vernachlässigung oder Überforderung wird es allerdings Zeit, einen Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten zu Hilfe zu holen. Eine Einzelberatung bei einer psychologischen Beratung empfiehlt sich jedoch zu jeder Zeit. Man muß Krisen nicht alleine bewältigen.

In meinen Beratungsgesprächen hat sich für mich im Laufe der Zeit eine recht simple Wahrheit herauskristalisiert: Mit ehrlicher Anteilnahme und Mitgefühl lässt sich so manch „ausgetrocknetes Herz“ bewässern, ebenso durch anteilnahmvolles Hinhören. 



Gastbeitrag/Verfasser: Doris Matthey - Psychologische Beraterin

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